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Benefizkonzert

vom 28. Januar 2003


Am Dienstag, 28. Januar 2003, findet im SPIZZ (Jazzkeller) ein Benefizkonzert für die Hochwassergeschädigten in Dresden- Gohlis statt. (23.12.2002)

Mit den Einnahmen dieser Veranstaltung des Pro Gohlis e.V. soll ein Beitrag zum Wiederaufbau des Wohnhof Gohlis (Dresden) erbracht werden, dessen 36 geistig behinderten Bewohner immer noch in Ausweichquartieren untergebracht sind.

Es spielt das Richie Beirach Trio (USA/D): Der New Yorker Jazzpianist Richie Beirach spielt am Flügel eine Mischung aus eigenen Kompositionen, Jazzstandards und eine Auswahl aus seinem klassischen Reportoire. Unterstützt wird er dabei von Jan Roth (Schlagzeug) und Paccabelo Rudolpho (Bass).

Das Konzert beginnt 20:00 Uhr, Einlaß 19:30 Uhr.
Der Eintritt kostet Euro 15,00; Ermäßigt sowie im Vorverkauf Euro 13,00.

Headfake

vom 11. März 2003


Lesung zur Buchmesse

vom 20. März 2003


Lesung von Michel Houellebecq

u.a. "Nichts als ein Gedicht"


Lesung mit Musik zur Buchmesse

vom 21. März 2003


Lesung von Abini Zöllner "Schokoladenkind"

mit Musik von Dirk Zöllner & Band


Lesung zur Buchmesse

vom 22. März 2003


Lesung von Jana Hensel "Zonenkinder"


Lesung zur Buchmesse

vom 24. März 2003

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PIANO BOOGIE SPECIAL mit Thomas Stelzer

vom 09. April 2003

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Thomas Stelzer

 

Jahrgang 1964, ist seit über 20 Jahren Musiker aus Leidenschaft.

Bereits mit 15 Jahren gründete er seine erste Band und spielte seither in

verschiedenen Bestzungen in ganz Europa auf Festivals und in zahllosen Clubs.

Seit 1990 hat er 14 eigene Platten veröffentlicht.

 

Als Pianist, Sanger und Songwriter hat er sich mit Leib und Seele der Südstaatenmusik verschrieben.

Er leitet mittlerweile 5 Bandprojekte:

      Thomas Stelzer Trio

      Thomas Stelzer Superband

      The Burnes

      TSt's Bloody Rhytm Fingers

      The Gospel Passengers

 

Seine Auftritte sind geprägt von der unverwechselbaren Art mit der Thomas Stelzer Gesang und Gefühl verbindet. Seine rauchige Bluesrohre verleiht auch gecoverten Songs eine eigene Note. Mit seinen Formationen bietet er Südstaaten-Blues und New-Orleans-Style an. Viele Titel sind von ihm

geschrieben und orientieren sich an verschiedensten Vorbildern von Professor Longhair, Fats Domino, Dr. John bis hin zu Allen Toussaint.

 

Inspiration holt sich Thomas Stelzer vor allem beim seinen Besuchen in den Südstaaten und New Orleans. So trat er dort bereits in 1999 mit Levon Helm in dessen Blues-Café, spielte in diesem Jahr mit Marva Wright und ihrer Band in Mama‘s bluesclub und er hatte Gelegenheit zur 13. Annual WWOZ Piano Night 2001 mit Eddie Bo, Marcia Ball, Jon Cleary, Johnny Vidacovich u.v.a.m. zu

musizieren.

 

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: www.thomasstelzer.de

 


Maceo Parker

vom 28. April 2003

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Sein Sound ist unverwechselbar. Klar, kühn, mit einem Gospel-artigen Rhythmus, spielte er in den 60er und 70er Jahren bei James Brown und wurde ein Markenzeichen dessen Sounds Man höre zum Beispiel mal in Klassiker wie „Cold Sweat“, „Lickin' Stick“, „Papa’s Got A Brand New Bag” und „Mother Popcorn” rein. Aus jedem dieser Stücke hört man sein leidenschaftlich-hingebungsvolles Spiel heraus, vom Stil her inspiriert von Hank Crawfords erdigem Ansatz das Altsaxophon zu spielen, aber unauslöschlich gekennzeichnet durch sein ganz eigenes Talent. Seinerzeit pflegte der „Godfather of Soul“ ihm zuzuschreien: “Maceo! I want you to blow!" Und genau das war es, was er machte: Er spielte wie kein anderer.

 

Maceo Parker war ein junger Mann als er damals im Jahre 1964 zu James Brown stieß. Während dieser Zeit bei J. B. bildete er zusammen mit dem Posaunisten Fred Wesley und dem Tenorsaxophonisten Pee Wee Ellis eine Bläsersektion, die dem Groove dieser Musik die richtige Wucht gab. Maceo sagt über seine Partner: “Fred fing als Jazz Musiker an, Pee Wee halte ich für einen 100prozentigen Jazztypen, während ich mich als einen eher gemäßigten Vertreter dieser Gattung betrachte, der irgendwie dem Funk zugeneigt ist.” Heute, im Alter von 60 Jahren, spielt dieser legendäre Altsaxophonist immer noch mit jugendlicher Leidenschaft und unbestrittenem Einfluss. Er hat als Soloartist außerordentlichen Erfolg. Sein durchdringender, beißender Klang und der scharfe, schwungvolle Einsatz sind eins der Merkmale, die in der heutigen Musiklandschaft am schnellsten wieder erkannt werden und hoch geachtet sind. Wie die Neo-Folkie Queen Ani DiFranco bemerkt: “Er kann es immer noch. Und für mich macht dies eine wirklich legendäre Person aus.” Oder wie es der Jazz Gitarrist und ehemaliges Bandmitglied Rodney Jones ausdrückt: "Maceo Parker ist eine lebende Legende. Sein Sound hat dazu beigetragen, den Sound des Instrumental Soul zu definieren und sein tiefes Gefühl für den Groove steht ohne Vergleich da!”

 

Auf seinem neuesten Werk als Bandleader, „Made by Maceo“, spielt der Funkmaster aus Kinston, North Carolina, in seiner eigenen unnachahmlichen, großartig synkopierten Weise in Groovestücke hinein, von seiner derzeitigen Band bestehend aus dem ehemaligen P-Funk Bassisten Rodney „Skeet“ Curtis, dem ehemaligen James Brown Trompeter Ron Tooley, dem Posaunisten Greg Boyer‚ dem Tenorsaxophonisten Vincent Henry, dem Gitarristen Bruno Speight, dem Keyboarder Will Boulware und dem Schlagzeuger Jamal Thomas.

Angefangen bei Maceo's eindringlichem, J. B. inspiriertem Opener „Come By And See“ - mit einem heißen Solo von Altsaxophonist Candy Dulfer, die hier als Special Guest mitspielt - über das energische „Off The Hook“, vom aggressiv-funky gespielten Instrumentalstück „Quick Step“ bis zum rauen, von Gesang/Orgel getriebenen Roadhouse Shuffle „Lady Luck“, sind seine ansteckenden, leichtfüßigen Grooves Garantie für eine Menge schweißtreibende Action auf der Tanzfläche. Andere Stücke auf diesem unglaublich funky dargebotenen Album umfassen Maceo‘s Adaption des Rufus & Chaka Khan Hits aus den Siebzigern „Once You Get Started“ (mit einer flüchtigen Anspielung auf seine eigene 70er Jahre Funk-Hymne „Pass The Peas“), die kontrastreiche Rap-Nummer „Those Girls“ und „Hats Off To Harry“, Parker‘s herzliche Hommage an einen früheren Kumpel aus Collegetagen, mit dem er in der Marschkapelle zusammen spielte. Er bezeugt sein Können mit traumwandlerischer, Cannonball-artiger Leichtigkeit auch auf der gefühlvollen Ballade „Don't Say Goodnight“ und entzückt mit einer ungewöhnlich schwärmerischen Version des Jazz Standards „Moonlight in Vermont“, vorgetragen in einem lockeren, losgelösten Duett-Rahmen mit dem Pianisten Will Boulware.

 

Maceo‘s prägnantes Saxophonspiel hat über die Jahre unzählige Stücke einer Vielzahl von Künstlern belebt, angefangen von den Funk Pionieren James Brown und George Clinton bis zu den heutigen Groovemeistern wie Prince, Neo-Punk-Funksters Limbomanias und den Retro-70er Disco-Lieblingen Deee-Lite. Seine Diskographie als Mitspieler umfasst mehrere Aufnahmen mit den P-Funk Kollegen Bootsy Collins und Fred Wesley, sowie den Rockmusikern/Rockgruppen Keith Richards, Jane’s Addiction, Red Hot Chilli Peppers, Ten Thousand Maniacs, Material und Living Colour. Seit den frühen 9Oern hat er mehrere Alben als Bandleader veröffentlicht, angefangen mit Roots Revisited (das sich im Jahre 1990 10 Wochen lang an der Spitze der Billboard Jazz Charts hielt) und Mo‘ Roots (1991). Aber es war seine dritte Solo-Platte, das 1992 erschienene Live-Album Life on Planet Groove, das Maceo‘s heutige Karriere als Solomusiker für ein neues, junges Publikum in Gang brachte und mit der Maceo‘s Slogan, dass er „2% Jazz, 98% Funk“ spielt, geboren wurde. Seine beiden zuletzt erschienen Alben Funk Overload (1998) und Dial M-A-C-E-O (2000), kamen nach der Veröffentlichung in die Top 40 der europäischen Charts und waren sofort bei allen Funk Fans hoch im Kurs.

 

„Funk ist die Musik, die ich als Kind gehört habe“ sagt Parker. „Damit bin ich in North Carolina aufgewachsen, das habe ich gespielt und es ist das, was ich immer tun wollte. Die meisten Saxophonspieler wollen anfangs wie John Coltrane oder Sonny Stitt oder wie Charly Parker spielen. Und das ist möglicherweise einer der Gründe, warum mein Stil ein bisschen anders war, denn ich wollte anfangs nicht so spielen. Ich fing damit an, solches funky Zeug wie James Brown, Ray Charles und alles in dieser Richtung zu spielen. Meine Saxophon Helden waren Hank Crawford, David “Fathead“ Newman und Cannonball.“

 

In Kinston, North Carolina, aufgewachsen, kamen Maceo und seine beiden Bruder schon in jungen Jahren mit Musik in Berührung. Es gab ein Klavier im Haus und seine Eltern spielten beide Gospelmusik in der Kirche. Ein Onkel hatte eine Band, die sich The Blue Notes nannte und die in der näheren Umgebung spielte. Diese Band diente als perfektes Vorbild für die drei Parker Brüder. Als es in der Grundschule soweit war, sich ein Instrument auszusuchen, griff Macao zum Saxophon, sein älterer Bruder Kellis wählte die Posaune und der jüngste Bruder Melvin entschied sich für das Schlagzeug. Mit 8, 9 bzw. 10 Jahren gründeten sie die Junior Blue Notes und fingen an, R & B Musik auf Parties und Schulfeiern zu spielen. Als er 15 Jahre alt war, hatte Maceo bereits seinen eigenen Stil auf dem Tenorsaxophon gefunden. Als Studenten am Agricultural & Technical College in Greensboro, North Carolina, waren Maceo und Melvin schon ausgereifte Profis. „Wir hatten im sechsten Semester schon angefangen in Nachtclubs zu spielen, als unser Onkel uns in den Spielpausen auf die Bühne ließ und wir ein paar Stücke spielen konnten. Während unserer ganzen Collegezeit haben wir dies weiter gemacht, was uns hinsichtlich der Erfahrung auf der Bühne einen kleinen Vorsprung vor Jungs in unserem Alter verschaffte.

 

Melvin spielte im Jahr 1962 Schlagzeug in einer Band namens Apex, eine Funk Gruppe, die die Aufmerksamkeit von James Brown erregte, als der „Godfather of Soul“ nach seiner Show im Coliseum in Greensboro zufällig bei ihrem Gig vorbeischaute. Maceo war an diesem Abend nicht in der Stadt. Er war unterwegs bei einem Gig mit einer Band, die sich „The Disciples“ nannte, aber als er nach Hause kam, bekam er von seinem Bruder Melvin alles zu hören. „Er erzählte mir, dass James Brown bei ihrem Gig gewesen sei, dass er sich die Show angesehen und ihm einen Job angeboten hätte. Er habe zu Melvin gesagt: ‚Irgendwann, wenn Du kein Student mehr bist und Du einen Job bei mir willst‚ hast Du ihn…automatisch. Jederzeit, ab diesem Moment...in 2 Jahren, in 3 Jahren, es spielt keine Rolle.‘“ Dies wurde für einige Zeit das Hauptgesprächsthema auf dem Campus.

 

Maceo und Melvin blieben für weitere anderthalb Jahre auf dem College‚ bevor sie sich entschlossen J. B. beim Wort zu nehmen. Maceo erinnert sich so an diesen Abend: „Nach einer seiner Shows gingen wir Backstage und Melvin sagte zu ihm: ‚Hi, Mr. Brown. Erinnern Sie sich an mich? Ich bin Melvin Parker, der Schlagzeuger. Vor ungefähr anderthalb Jahren sagten Sie zu mir, dass ich - wenn ich nicht mehr in der Schule bin - einen Job haben könnte. Nun, raten Sie mal! Ich bin nicht mehr Student und ich hätte gern einen Job.‘ Und James schüttelte seine Hand und sagte: ‚Schön, Dich dabei zu haben.‘ Doch dann sagte Melvin: ‚Äh, entschuldigen Sie, Mr. Brown, ich würde Ihnen gern meinen Bruder Maceo vorstellen. Er spielt Saxophon und er braucht auch einen Job.“ Brown engagierte Maceo schließlich als Bariton-Saxophonspieler, obwohl Parker dieses unhandliche Instrument nur einige Male auf der High School gespielt hatte. Die ersten Stücke, die er mit jenem Instrument spielte waren „l Feel Gocd“ und „Out of Sight". Als der Tenorsaxophonist St. Clair Pinckney einige Wochen wegen Krankheit ausfiel, fand Maceo den sanften Übergang zu diesem Blasinstrument. „Ich fing an, einige Tenor Solis zu spielen, und dann, als St. Clair zurück kam, ließ uns James zwischen Bariton und Tenor hin- und herwechseln. Nach und nach entwickelte es sich dahin, dass er anfing, alles auf dem Bariton zu spielen und ich fing an, alles auf dem Tenor zu spielen.“

 

Von 1970 bis 1973 war er Frontmann seiner eigenen Instrumental-Band - Maceo & All the King's Men - bevor er zu James Brown‘s Band zurückkehrte. Während dieser zweiten Periode bei dem „Godfather of Soul", wechselte er zum Altsaxophon, das bis heute sein Hauptinstrument geblieben ist.

 

Man bewundere sein funky, sehr nachdrückliches Spiel auf Made by Maceo, seinem bislang stärksten und dynamischsten Werk.

 

Autor: Bill Milkowski

 

Eintrittskarte

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Pee Wee Ellis

vom 06. Mai 2003

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PIANO BOOGIE SPECIAL mit Michael Maass + Friends

vom 14. Mai 2003


Jocelyn B. Smith

vom 15. Mai 2003

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Jeff Berlin Group

vom 27. Mai 2003


Headfake

Bericht JazzZeitung 06/2003


GrossStadtschamanen - „Headfake“ im Leipziger Spizz

Obwohl die Band nur aus zwei Musikern besteht, tourt sie im großen Bus. Der ist nötig zum Transport eines umfangreichen elektronischen Instrumentariums, in das die beiden eingebaut sind. Die Bühne als Maschinenpark. Vorn leucht das Apple-Notebook, diverse Gerätschaften blinken, Synthesizer und Dioden, Touchscreens und Loops, Samples und im Zentrum eine futuristische E-Trommel.

Soundsystem nennt sich das Unternehmen Headfake im Untertitel. Es ist in diesem März unterwegs durch Europa und machte am Dienstag Station im Leipziger Jazzclub „Spizz“. „Hallo Laipsisch“, kam aus den Boxen, der Bass ließ das Zwerchfell vibrieren, knochentrockne Drums schlugen hart auf den Punkt und die Beine wippten. Sofort und anhaltend. „CIA, FBI, CNN: Terrorism“. Ist das Reggae? Punk? Es ist egal. Es ist laut und gut. „And We Trance ...“

Headfake sind der Bassist Doug Wimbish (46) und der Schlagzeuger Will Calhoun (39), zwei farbige Amerikaner mit langen Rastas. Beide haben eine weite Geschichte als gesuchte Rhythmussektion, als Solisten, als Bandleader, als Gastmusiker bei der Creme populärer Musik, als Grenzgänger zwischen HipHop, Drums & Bass, World, Pop, Jazz und Ambient.

Obwohl sie als Rückgrat der legendären Rockband Living Colour einst CDs in zweistelliger Millionenhöhe unter die Leute brachten, darf man von ihnen keine Reproduktionen des Alten erwarten. Wimbish und Calhoun sind auf der Höhe der Zeit, indem sie mit modernen Sounds spielen. Und sie stehen meilenweit über dem Durchschnitt der gängigen Elektronikfrickler, weil sie ihr vorproduziertes Material durch exzellente Livemusik beseelen. Der Bass kreischt in den höchsten Lagen, das Schlagzeug treibt und treibt. Und es findet in einem langen Solo zu den eindringlich-archaischen Rhythmen Afrikas, über die der Bass irgendwann gediegen warme Improvisationslinien legt. Plötzlich sind zwei Großstadtschamanen bei ihrer Startrampe Jazz. Zurück in die Zukunft. Okay Computer.

Ulrich Steinmetzger (JazzZeitung 06/2003)

Doppelkonzert mit Jan Roth & Winnie Brückner

vom 24. Juni 2003




Jan Roth erhielt das Leipziger Jazz-Nachwuchsstipendium 2003. Aus diesem Grunde fand im Spizz Jazzkeller ein Doppelkonzert mit der Preisträgerin des Vorjahres Winnie Brückner statt.

Anlässlich der Überreichung des Leipziger Jazz-Nachwuchsstipendium findet bereits traditionell in jedem Jahr ein Doppelkonzert des neuen Stipendiaten mit dem Vorjahres-Preisträger statt. So wurde das interessierte Publikum in den Spizz Jazz-Keller geladen, um die musikalischen Beiträge der Stipendiatin 2002 Winnie Brückner und dem diesjährigen Preisträger Jan Roth zu verfolgen. Die Jury (Prof Richie Beirach, Reinhard Lorenz, Dr. Bert Noglik) sprach ihm den von der Marion Ermer Stiftung bereitgestellten Preis für seinen musikalischen Werdegang zu. Jan Roth schloß seine musikalische Ausbildung an der Musikhochschule Leipzig ab und wird seine Studien mit Hilfe des Stipendiums in New York an der Manhattan School of Music, an der z.B. auch Adam Nußbaum unterrichtet, fortführen.

Im Spizz konnte Jan Roth seine Idee realisieren, Jazz-Standarts und balladenhafte eigene Stücke in sensiblen und selbstbewußten eigenen Bearbeitungen aufzuführen. Mit seiner Spielerfahrung konnte er bereits im Big Band Kontext, wie auch in der Zusammenarbeit mit den Pianisten Richie Beirach und Joachim Kühn überzeugen.

Einducksvoller Beweis für sein einfühlsames Ensemblespiel war auch das Benefizkonzert am 28. Januar im ausverkauften Spizz. Veranstaltet vom ProGohlis e.V. für die Flutopferhilfe spielte das Trio Richie Beirach, Rodolfo Paccabelo und Jan Roth.



Im Quartett mit Stefan Fräntzel (a-sax), Rodolfo Paccabelo (acc-bass) und Ronny Graupe (git – selbst Preisträger des Jazz-Nachwuchs-Stip) bot Jan Roth an diesem Abend sehr traditionellen Old-School Jazz mit kleinen Soundexperimenten. Bereits im Eröffnungsstück kommt die typische Rothsche Virtuosität am Schlagzeug zum tragen. Nach einer langen Themenvorstellung durch den Saxophonisten Stefan Fräntzel wechseln sich Latinpassagen mit Bebop ab. Dies bildet einen schön arrangierten Rahmen für die durchgereichten Soli. Es war beeindruckend wie gut die vier Musiker harmonierten und auf einander eingespielt waren. Die Titel wurden nur durch den Blickkontakt der Akteure untereinander gelenkt.



Als zweites Stück wurde ein von Roth’s Großvater komponiertes Stück (Walzer für Jan) äußerst musikalisch und sensibel umgesetzt. Druckvoll und dynamisch spielte der Stipendiat ohne sich selbst in in den Vordergrund zu rücken. Mit viel Power und liebe zum Detail konnte Jan Roth im Bandkontext mit seiner eigenen Note brillieren. In einer Ballade kamen dann auch die Besen sehr gefühlvoll und mit Perfektion zum Einsatz. Dies war eine gute Erholungsphase auf höchstem Niveau für die sehr zahlreich erschienen Zuschauer bevor es in spritzigem Tempo weiterging.



Im Abschlußstück zwangen dann kleine Spielereien mit längeren Pausenwerten zu Zwischenapplaus. Der gekonnte Umgang mit dem dargebotenen Material und die moderne flüssige Darbietung wurde vom Publikum entsprechend begeistert honoriert. Die lockere Spielweise, das tolle Feeling und der nicht endenwollende Groove machten Lust auf mehr und so war die Zugabe unausweichlich. Der Verzicht auf steife Swingpatterns machte einen Großteil der Frische aus, mit der von diesem hervorragenden Ensemble unter Leitung von Jan Roth gejazzt wurde, ohne traditionelle Elemente zu verleugnen. Auf diese Weise wird der Jazz der Bebop-Ära auch weiterhin lebendig bleiben und einer Frischzellenkur unterzogen.

Auf ganz andere Art überraschte Winnie Brückner als Preisträgerin des Jahres 2002. Im vorhinein war nicht zu erfahren auf welche Art sie das Publikum im Spizz in ihren Bann ziehen würde. Die aufgebauten Gerätschaften ließen allerdings sofort ahnen, dass die Reise mittels moderner Sampletechnik spannend und mit den Möglichkeiten moderner Technologie der Bezug zur aktuellen Musiklandschaft hergestellt wird. Winnie Brückner ist inzwischen durch ihre Arbeit mit dem A-Capella-Quartett Niniwe bekannt, welches mit groovigen und improvisierten Vokaltiteln auf unkonventionell jazzige Soundsuche geht. Insofern war die allgemeine Neugier berechtigt. Die Sängerin begann mit Hilfe der ad hoc entstehenden Sample-Loops eine Performance mit ganz spezieller Athmosphäre und Tiefgang. Winnie Brückner baute sich langssam ihren eigenen Begleittrack aus grooventen Vokalisen und layerartig geschichteten Stimmen. Die Live erzeugten Samples ergaben schöne Reibungen und Schwebungen zwischen den einzelnen Stimmen. Mit der spürbaren Dynamik wurde auch der Unterschied zu den üblichen DJ-Sets deutlich. Hier machte nicht die Technik Musik sondern der Kopf. Alles wirkte beindruckend orchestral und wurde durch die poetischen Texte und Wortspiele noch unterstrichen. Der virtuose Umgang mit der Technik und die Konzentration auf die musikalischen Abläufe hatten leider eine sehr statische Bühnenpräsenz der Sängerin zur Folge, da die visuelle Komponente einer Live-Darbietung nicht bedient wurde. Dafür konnte man auch die Augen schließen und genießen ohne etwas zu verpassen.

Mit diesem hervorragenden Abend erbrachte der musikalischen Nachwuchs wieder einmal den Beweis, dass Musik auch jenseits der künstlichen Superstars gemacht wird und die Stadt Leipzig gut daran tut, dies entsprechend zu unterstützen. Die bislang dargebotene Ausbildungsqualität der bisherigen Stipendiaten lässt hoffen, dass diese Referenz auch außerhalb der Stadt die Wahrnehmung Leipzigs als Musikstadt bestätigen wird und damit auch die kulturelle Vielseitigkeit dokumentiert.

(Quelle: le-nightflight.de)

Klaus Doldinger's Passport

vom 16. Oktober 2003


mit neuer CD „BRAZIL“

Raffinesse im Stil eines Miles Davis

vom 06. November 2003

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Raffinesse im Stil eines Miles Davis Marcus

Miller und Band im Spizz - ein Erlebnis

Mit einer Band, die er vom Bass her konzipiert, versetzte er das Spizz in Begeisterung. Die Musik dringt durch die Ohren, aber auch durch die Bodenschwingungen in den Körper. Marcus Miller bestätigt, was man von ihm erwartet- erdige Grooves und physische Intensität. Dabei bietet er mehr als das Spiel der schwarzen Muskeln. Die Kraft seiner Musik erwächst aus ihrer Komplexität.

Millers ausgeteilte Slap-Techniken, seine einfallsreichen Linien und Funk-Figuren durchziehen das Konzert. Der Bass als Basis und als Soloinstrument gleicht einer Band in der Band, die durch die anderen ins Orchestrale gesteigert wird. Leroy "Scooter" an den Keyboards weiß das Ganze mit raffinierten Sounds anzureichern. Als gänzlich unverzichtbar erweist sich für Miller der den Drive der Band in ständiger Interaktion mitbestimmende Poogie Bell an den Drums. Gitarrist Dean Brown kam eher in der ersten Hälfe zum Zuge. Immer wieder in das Geschehen eingewoben: der vom Ton her an Miles Davis erinnernde, hochexpressive Trompeter Michael Matches" Stewart und Tenorsaxophonist Roger Byam. Letzterer kommt, das ist unüberhörbar, stilistisch von John Coltrane.

Marcus Miller mixt Jazzgeschichte mit aktueller Popmusik, Rock, Blues und Funk. Natürlich ist Miles allgegenwärtig. Er war es, der den jungen Bassisten vor mehr als 20 Jahren in seine Band holte. Doch wenn Miller heute Klänge und Themen aus dem "Tutu"-Repertoire aufnimmt, so bezieht er sich auf einen eigenen Beitrag zu dieser Musik, die er seither mit neuen Ideen angereichert hat. In gelungener Dramaturgie führt er seine Musiker durch ein in großen Spannungsbögen angelegtes Programm. Im Mittelteil präsentiert er sich auch als Vokalist, Bassklarinettist und Sopransaxophonist - nicht um zu zeigen, was er alles kann, sondern um jene Vielfalt von Sounds aufleuchten zulassen, die zur Besonderheit seines Konzeptes zählt. Zum Höhepunkt des Abends gerät ein fulminantes Tutti: ^nCome Together". "Der Funk", sagt Marcus Miller, "liegt im Daumen." Zum Erlebnis wird er durch eine exzellente Band. Bert Noglik

(Quelle: LVZ vom 07.11.2003)

PIANO BOOGIE SPECIAL mit Michael Maass, Paul Orta & Peter Krause

vom 12. November 2003

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Lyambiko

vom 04. Dezember 2003

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